Schule am See

Was gibt es zu berichten?

Spaßausflug, oder alles nur gelogen?

Es war ein trauriger Anlass für Frau Kovaci und Herrn Kalbitz. Die Schüler waren zu brav und hatten viel zu viele Starcards gesammelt. Als dann auch noch der Klassenrat entschied, die Karten zusammenzulegen und einen sogenannten Spaßausflug zu machen, konnten die Lehrer nichts mehr tun. Sie mussten einen Ausflug organisieren. Die Schüler schlugen den Indoo-Park vor. Man kann sich vorstellen, wie so etwas endet. Alle werden erleichtert sein, wenn sie wieder wohlbehalten in den warmen Räumlichkeiten der Schule ankommen und sich auf das Tagesgeschäft konzentrieren können.

Der Tag des Ausflugs verzögerte sich zum Glück noch um eine Woche, hi, hi, hi. Frau Kovaci war zwar nicht gern krank, aber so bekamen die Lehrer noch etwas Aufschub. Als der 29. November ein sehr sonniger Tag wurde, bereuten die Kinder fast, dass sie nicht einen ausgedehnten Spaziergang um den Bramfelder See gewählt hatten. Worauf hatten sie sich da nur eingelassen. Schleppenden Schrittes, statt im Hoppsa-Lauf ging es zur Bushaltestelle Borchertring. Die Fahrscheine wurden eingelöst und beim Umsteigen in den 26'er Bus nach Rahlstedt wollten die Lehrer eigentlich schon heimlich fliehen, doch nichts half. Sie mussten mit. In Rahlstedt den Bahnsteig zu finden, war nicht schwer. Der Eingang hatte sich nur hinter einer großen Info-Wand versteckt. Der Zug kam pünktlich und so half kein Zaudern und kein Zagen, wenn wir aussteigen würden, wäre es noch ein langer Fußmarsch von der Haltestelle Gartenholz bis zum Indoo-Park, doch bei dem Wetter, war das der einzige Lichtblick des Tages.

Im Indoo-Park angekommen, geschah, was geschehen musste. Es wurden Zettel mit Regeln verteilt, alle mussten ihre Schuhe ausziehen (wahrscheinlich, damit niemand heimlich fliehen konnte), und dann sollten auch schon alle in die große Halle gehen, wo Spielgeräte hinter Gittern zur Benutzung freigegeben waren. Missmutig gestimmt, gingen die Kinder in diese Käfige und versuchten ein wenig Fußball, Trampolinspringen oder das von allen gehasste Klettern auf den viel zu hohen Berg. Einige Kinder konnten gerade noch auf gewohnte Spiele ausweichen. Billard- und Minigolf-Zubehör musste allerdings auch erstmal gegen Bares ausgelöst werden.

Es war ermüdend und traurig. Schlecht gelaunte Kinder ließen sich auf Ruhemöbel nieder und konnten beobachten, wie noch schlechter gelaunte Kinder kurzerhand an einem Seil durch die Halle transportiert wurden, wo sie gegen ein Gestell mit Kletternetz klatschten. Zum Glück hatten sie Helme auf. Wer weiß, was uns sonst noch erwartet hätte. Die Lehrer saßen gelangweilt im hauseigenen Kaffee herum und schlugen sich die Bäuche mit einem üppigen Mahl voll. Eine willkommene Entschädigung bei all dem Ärger, den dieser Ausflug bereitete. Da aber nichts Dauerhafteres existiert, als das Vergehen der Zeit, mussten wir zum Glück überstürzt aufbrechen, erreichten gerade eben pünktlich die Bahn und waren erleichtert, als wir in Rahlstedt endlich die richtige Haltestelle der Linie 26 gefunden hatten. Wie freuten sich die Schüler, schließlich im Bildungszentrum anzukommen und direkt zum Essen gehen zu können. Montag geht hoffentlich alles wieder seinen geregelten Gang. Keiner wird sich mehr zu gut benehmen. Keiner wird mehr darauf aus sein, Starcards zu sammeln und auf keinen Fall wird der Klassenrat freiwillig noch einmal einen Spaßausflug zur Wahl stellen. ;)



(A.K.)