Schule am See

Was gibt es zu berichten?

Märchen kennen und verstehen

Als Mathefachlehrer ist man ja normalerweise nicht unbedingt auf dem Laufenden, was im Deutschunterricht so passiert. Zum Glück haben wir ja die Lernbürostunden. Es war schon vor ein paar Wochen interessant zu sehen, wie die Schüler der 5a Arbeitsblätter zu geliebten alten Märchen von den Gebrüdern Grimm oder von Hans-Christian Andersen bearbeiteten, nachdem sie die Märchen gelesen hatten.

Etwas Geometrie, regelmäßiges Kopfrechnen, schriftliche Rechenverfahren trainieren, aber unbedingt auch ein Märchen lesen. Alle Schüler waren mit Interesse dabei. Ob Hänsel und Gretel, Rumpelstielzchen, Rapunzel, der Wolf und die Sieben Geißlein, kein Märchen wurde ausgelassen.

In dieser Woche präsentierte sich mir die Steigerung des Themas. Ein Tisch mit goldfarbener Tischdecke voller großer und kleiner Märchenbücher, teils reich illustriert, teils alt und abgegriffen und kaum bebildert zierte den Klassenraum. Die Arbeitsaufträge auf dem Wochenarbeitsplan waren klar formuliert und so machte es auch Spaß zu sehen, wie die Schüler in der einen Lernbürostunden an einem "Märchenpuzzle" arbeiteten, um handelnde Personen, grundlegende Handlungsmuster und den für die meisten Märchen üblichen positiven Schluss zu identifizieren. Die zugehörigen Buchstabenkombinationen wurden zu Wörtern sortiert, die für das jeweilige Märchen einen Sinn ergaben.

Zur letzten Lernbürostunde in dieser Woche wollte ich natürlich sehen, wie das Thema zum Höhepunkt geführt wird. Ich betrat die Klasse und alle Schüler waren dabei auf Kladdezetteln zu einem Märchen eine Kurzzusammenfassung zu schreiben. War der Text zufriedenstellend, wurde er auf sauberes Papier übertragen, farbig gestaltet und auf blaue Plakatstreifen geklebt. Am Ende präsentierte sich mir eine Plakatwand über dem Märchentisch, die mal wieder zeigte, die Klasse ist hochmotiviert, lässt sich begeistern und macht etwas Ansehnliches aus den Themen, die ihnen im Unterricht aufbereitet werden. Um nicht zu stören, warf ich auch noch einmal einen Blick in eines der großen farbigen Märchenbücher und fand eines, das ich noch gar nicht kannte - "Dennis der Spinner".

(A.K.)