Schule am See

Was gibt es zu berichten?

Naturwissenschaftlicher Unterricht im Wald

"Hänsel und Gretel verliefen sich im Wald..." Als Herr Kalbitz schon mit diesem Lied auf den Lippen die ersten Schüler auf dem Schulhof begrüßte, war das natürlich ein Scherz, den die Schüler unserer beiden 5. Klassen mit einem Lächeln begrüßten. Trotzdem waren alle ganz gespannt darauf, wohin Frau Kovaci uns entführen würde. Nachdem im Klassenraum eine Stunde für Organisatorisches zu den Arbeitsaufträgen besprochen wurde, konnte es endlich losgehen.

Der Weg bis zum Zentrum von Steilshoop war allen vertraut. Auch die Linie 26 in Richtung Farmsen zu nehmen, versetzte niemanden in Erstaunen. Als wir dann die U1 bestiegen und die 15 Minuten bis Ohlstedt fuhren, kam das Gefühl einer Reise auf. Nach einer kleinen Frühstückspause direkt am Ohlstedter U-Bahnhof wanderten wir nicht sehr weit, bis sich der Wald vor uns auftat. Die Gespräche über Brotkrumen, die man am Weg verstreuen könnte, über morastigen Boden und einem Häuschen im Wald, das mit Lebkuchen bedeckt sein könnte, ließen den Weg zum Denkmal für die gefallenen Soldaten im 1. Weltkrieg noch kürzer erscheinen, als er eigentlich war.

Die am Morgen festgelegten Arbeitsgruppen fanden sich zusammen, die Aufträge und Arbeitsmaterialien wurden verteilt und die Lehrer stellten sich darauf ein, Fragen zur Zuordnung von Blättern zu Baumarten, zur Bestimmung von Käfern oder zur Abarbeitung einer Suchliste (etwas Glattes, etwas Stacheliges, etwas mit einem Loch, ...) zu beantworten. Die Anleitung, mit den Lupenbechern den Boden aufzuschürfen und dann in der Erde nach Kleingetier zu suchen, wurde von den Schülern beachtet, doch sie stellten fest, dass da kein Tier in der eingesammelten Erde herumkrabbelte oder es zumindest eine sehr mühsame Suche werden würde. Stattdessen kamen sie bald darauf mit kleinen Kröten, Laubfröschen oder großen Raupen im Becher zurück, um zu zeigen, dass es sehr wohl sehr aktives Leben im Unterholz des Waldes gab. Natürlich wurden die Tiere alle wieder freigelassen. Alle gingen behutsam mit der Tatsache um, dass wir uns in einem Naturschutzgebiet befanden.

Die vom Boden aufgelesenen Blätter zur Baumbestimmung wurden in Schutzhüllen verpackt, denn dazu würde es in den folgen Stunden sicher noch Fragen im Unterricht geben.

Pünktlich traten wir den Rückweg an, um rechtzeitig im Bildungszentrum das Mittagessen einnehmen zu können. Inzwischen war eine Frage auf jeden Fall klar. Im Ohlstedter Wald gibt es bestimmt kein Hexenhaus.

(A.K.)